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Aktuelles

10.08.2016
Workshop „Familie – Raum – Identität: Theoretische und empirische Zugänge nach dem Spatial Turn“ 20.-21.10.2016 in München (PDF-Download)

05.08.2016
Call for Papers "Neue Kulturgeographie XIV" (PDF-Download deutsch / englisch)

 

 

Call for Papers

Call for Papers "Neue Kulturgeographie XIV"

26.28. Januar 2017, Universität Bayreuth

Neue kulturgeographische Forschungs-und Lehrpraxis muss sich vermehrt Fragen der Relevanz, Priorisierungen und der damit verbundenen Verantwortung stellen. Implizit haben sich frühere Tagungen diesen Themen (bspw. Frankfurt 2007, Hamburg 2012, Graz 2016) bereits gewidmet. Die NKG XIV möchte die Frage nach der Relevanz, den Prioritäten und dem Irritationspotential in ihren verschiedenen Facetten einer grundsätzlicheren Reflexion unterziehen.

Im Zuge neoliberaler wissenschaftspolitischer Neuausrichtungen ist die Forderung nach Relevanz im Sinne direkter Anwendbar-oder ökonomischer Verwertbarkeit allgegenwärtig. Nicht nur vor diesem Hintergrund scheint es angebracht, den Blick für die Bedeutung gegenwärtiger Neuausrichtungs­prozesse (von Wissenschaft, Human-und Neuer Kulturgeographie) zu schärfen.

Anfänglich als Kritik an positivistischen, universalistischen und am Entwicklungsparadigma orientierten Ansätzen verstanden, stellt sich angesichts des ‚Ankommens im Mainstream’ der NKG jedoch verstärkt die Frage, inwiefern sie noch eine Irritation für die Humangeographie als Ganzes darstellt. Die Diskussion um die Relevanz (neuer) kulturgeographischer Forschungsansätze ließe sich somit auch als Versuch verstehen, beobachtbare Priorisierungen innerhalb und im Umfeld der Neuen Kulturgeographie zu hinterfragen: beispielweise die untergeordnete Rolle gesellschaftspolitischer Themen (wie Rassismus, Migration, Ungleichheit) oder die Bevorzugung theoretischer Arbeiten im Verhältnis zu stärker empirisch geleiteten Zugängen.

Die Tagung Neue Kulturgeographie XIV orientiert sich um dieses Spannungsfeld in der Absicht, ihrerseits mit einer gewissen Lust an der Irritation das Bedürfnis nach Relevanz einerseits provokativer und andererseits systematischer und reflektierter anzugehen. Nicht zuletzt soll damit die Frage, was zu tun ist, ins Zentrum der Diskussion rücken.

Teilnehmer_innen sind dazu herzlich eingeladen, sich mit einer oder mehreren der folgenden Fragen zu beschäftigen:

  • Was ist für wen, wo, und warum eigentlich ‚relevant’? Wer oder was bestimmt, welche Themenfelder, Theorien, Frage-und Problemstellungen prioritär und ‚es wert sind’, bearbeitet zu werden, und welche als vernachlässigbar erachtet werden? Welche Rolle spielen dabei die Arbeits-und Produktionsbedingungen des eigenen wissenschaftlichen Feldes?
  • Wenn Relevanz und somit immer auch Irrelevanz stetig hergestellt wird, gibt es eine legitime ‚Relevanz der Irrelevanz’?
  • In welchem Verhältnis stehen theoretisches und empirisches Arbeiten und worin liegt ihre jeweilige Relevanz
  • Welchen Beitrag sollte und könnte nicht nur der (zumeist verspätete) Bezug auf dominierende Debatten der angelsächsischen Sozial-und Kulturwissenschaften, sondern auch auf jene weniger beachteten Arbeiten aus anderen Theorietraditionen und geographischen Kontexten inspirierte Arbeiten leisten?
  • Welche Rolle spielen außerakademische Akteure, Wissens-und Praxisformen bei der Produktion von ‚relevantem’ Wissen?
  • Welche Potentiale und Herausforderungen bringen Einsichten und analytische Methoden der Neuen Kulturgeographie für die didaktische Praxis und Ausbildung an (Hoch-)Schulen mit sich?

Wir begrüßen Beiträge, die diese Fragen analytisch, kritisch, provokativ und/oder illustrativ aufgreifen und diskutieren. Des Weiteren sind, wie üblich, auch Beiträge willkommen, die sich in verwandten oder anderen Themenfeldern bewegen.

Vorschläge für Tagungsbeiträge in Form von Sitzungen, Vorträgen, Paneldiskussionen, Postern und weiteren Formaten in deutscher oder englischer Sprache werden gerne entgegengenommen.

Abstracts (im Umfang von 400 Wörtern) sind dazu bis zum 15. Oktober 2016 per E-Mail an nkg@uni-bayreuth.de zu senden. Die Rückmeldung über die Aufnahme in das Programm erfolgt bis Anfang Dezember 2016.

Ab Anfang November 2016 ist die Anmeldung zur Tagung möglich. Die Tagung findet von Donnerstag, 26. Januar 2017 (Beginn ca. 18 Uhr) bis Samstag, 28. Januar 2017 (Ende ca. 15 Uhr) am Geographischen Institut sowie im Iwalewahaus der Universität Bayreuth statt. Neben einer Podiumsdiskussion zum übergeordneten Thema und verschiedenen Themensitzungen freuen wir uns, Gillian Rose (The Open University) für einen Keynote-Vortrag begrüßen zu dürfen. Weitere Informationen unter: https://kulturgeographie.org/.

Das Organisationsteam der NKG XIV

Workshops

Das Doktorand*innen‐Netzwerk der Schumpeter-Forschungsgruppe "Multilokalität von Familie" und das Deutsche Jugendinstitut laden zu einem Workshop ein:

"Familie - Raum - Identität: Theoretische und empirische Zugänge nach dem Spatial Turn"

Während der Spatial Turn in den Sozialwissenschaften bereits vielfältige Diskussionen über den Zusammenhang von Gesellschaft und Raum angestoßen hat, scheint die Frage, was wir mit Hilfe der Kategorie "Raum" in ihren unterschiedlichen Lesarten über Familie lernen können, bislang wenig beleuchtet zu sein. Dabei finden sich empirische Hinweise, die auf einen veränderten gesellschaftlichen Umgang mit Raum schließen lassen und die Frage aufwerfen, welche Konsequenzen dies für Vergemeinschaftungsprozesse in Familien hat.

Der Workshop widmet sich sowohl theoretisch‐konzeptionellen wie auch methodisch¬methodologischen Fragen, die sich mit An‐und Abwesenheiten in Familien, mit der Ästhetisierung von und Bedeutung der sinnlichen Dimension für Familienalltag sowie mit diskursiv hergestellten und ethnographisch erkundeten Familien‐Räumen befassen.

Keynotes:

  • Prof. Dr. Laura Merla, Catholic University of Louvain (Belgium). "The role of different spaces, proximity and distance, presence and absence for family life, identity and togetherness" (Arbeitstitel)
  • Prof. Dr. Julia Brannen, University College London "Methodological approaches to family practices in everyday life" (Arbeitstitel)

 

Folgende inhaltliche Schwerpunkte mit je zwei Sessions sind geplant (genaueres Programm siehe Homepage www.dji.de/WorkshopFamilienRaum):

  • Gemeinschaft und Identität zwischen An‐ und Abwesenheit: Konzeptionelle  Annäherungen 
  • Methodisch‐methodologische Zugänge zum familialen Raum

Der Workshop findet am 20./21.10.2016 im Deutschen Jungendinstitut in München statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Anmeldung ist ab sofort und bis spätestens 25.09.2016 unter folgendem Link möglich www.dji.de/WorkshopFamilienRaum oder über das Anmeldeformular (PDF-Download).

Kontakt:
Dr. Giulia Montanari, montanari_workshop@posteo.de, +49 30 32598706
Dr. Michaela Schier, schier@dji.de, +49 89 62306‐352

 

 

Sprecherrat des AK Bevölkerungsgeographie

Prof. Dr. Rainer Wehrhahn
Geographisches Insitut der
Universität zu Kiel
Ludewig-Meyn-Straße 14
D-24118 Kiel
Tel.: +49 (0)431 880-2474
Fax:  +49 431 880-4658
E-Mail: wehrhahn@geographie.uni-kiel.de

Jun.-Prof. Dr. Birgit Glorius
Technische Universität Chemnitz
Humangeographie Ostmitteleuropas
D-09107 Chemnitz
Tel.: +49 (0)371 531-33435
Fax:  +49 (0)371 531-833435
E-Mail: birgit.glorius@phil.tu-chemnitz.de

Prof. Dr. Paul Gans
Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie
Abt. Volkswirtschaftslehre, Universität Mannheim
D-68131 Mannheim
Tel.: +49 (0)621 181-1958, -1963
Fax:  +49 (0)621 181-1955
E-Mail: paulgans@uni-manneim.de

   

Ziele, Aufgaben und Mitglieder des Arbeitskreises

Der Arbeitskreis Bevölkerungsgeographie wurde anläßlich des 44. Deutschen Geographentages in Münster 1983 von Prof. Dr. J. Bähr (Kiel), Prof. Dr. Chr. Jentsch (Mannheim) sowie Prof. Dr. em. W. Kuls (Bonn) gegründet. Seit dem Deutschen Geographentag in Bochum 1993 sind die Sprecher Prof. Dr. P. Gans (Mannheim) und Prof. Dr. F.-J. Kemper (Berlin). Der Arbeitskreis hat keine Satzung. Anregungen oder Fragen sind an die Sprecher zu stellen. Ziel des Arbeitskreises ist, durch regelmäßige Zusammenkünfte die Kontakte zwischen den an bevölkerungsgeographischen Fragestellungen Interessierten zu vertiefen, einen gegenseitigen Informations- und Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und neuere Forschungsergebnisse und -methoden zu diskutieren. Der Arbeitskreis versteht sich durchaus auch als offenes Forum für junge Nachwuchswissenschaftler/innen, Forschungsvorhaben und -ansätze vorzustellen.

Seit der Gründung in Münster fand an jedem Geographentag eine Arbeitskreissitzung oder unter Beteiligung eines Sprechers eine Fachsitzung statt. Ausnahme war Bonn 1997, als mit "Europa in der neuen geopolitischen Diskussion I: Internationale Migration und ihre Folgen" (Leitung Prof. Dr. J. Bähr, Kiel, und Prof. Dr. H. Faßmann, München) sowie mit "Geographische Alternsforschung als Zugang zum demographischen Wandel in Europa" (Leitung: Prof. Dr. K. Friedrichs, Halle, und Dr. I. Strüder, Münster) bereits zwei Fachsitzungen mit bevölkerungsgeographischen Themen angeboten wurden.

Die Sitzungen während der Geographentage befaßten sich mit Themen wie natürliche Bevölkerungsentwicklung, bevölkerungsgeographische Probleme des urbanen und suburbanen Raumes, Spätaussiedler und deutsche Minoritäten ist Ost- und Südosteuropa, jüngere Tendenzen der Außenwanderung in die Bundesrepublik, Untersuchungen zum räumlichen Verhalten älterer Menschen oder Transformation und Bevölkerungsprozesse in Deutschland.

Außer den Treffen an Geographentagen wurden in Kooperation mit dem Arbeitskreis mehrerer Tagungen organisiert, an denen ausländische Kollegen, aber auch Wissenschaftler aus anderen Disziplinen teilnahmen. Zu erwähnen sind die Symposien

  • "Ausländische Minoritäten in kontinentaleuropäischen Großstädten" in Düsseldorf 1985 (Leitung: Prof. Dr. Glebe, Prof. Dr. J. O’Loughlin)
  • "Ethnische Minderheiten im ländlichen Raum der Neuen Welt" in Passau 1988 (Leitung: Prof. Dr. K. Rother)
  • "The Geographical Approach to Fertility" in Kiel 1989 (Leitung: Prof. Dr. J. Bähr, PD Dr. P. Gans), zugleich das erste Symposium, welches die Comission on Population Geography in der Internationalen Geographischen Union (IGU) in Deutschland abludt
  • "Mobilität und Migration in Deutschland" in Erfurt (Leitung: Prof. Dr. P. Gans) in Zusammenarbeit mit der Kommission zur Erforschung des sozialen und politischen Wandels in den neuen Bundesländern
  • "Ethnische Minoritäten" in Berlin 1996 (Leitung: Prof. Dr. F.-J. Kemper)
  • "Current Research in Population Geography" in Mannheim 1998 (Leitung: Prof. Dr. P. Gans) in Kooperation mit der Population Study Group des Institute of British Geographers vom 8. bis 10. Mai 1998

Kontakt

Prof. Dr. Paul Gans
Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie
Abteilung Volkswirtschaftslehre
Universität Mannheim
L7,3-5
68131 Mannheim
e-mail: paulgans@rumms.uni-mannheim.de