Deutsch | English  | Français  | drucken


Die Reurbanisierung in der Metropolregion Rhein-Neckar

Gans/Schmitz-Veltin/West (2009): Bevölkerungsgeographie, S. 98

Dipl.-Geogr. Johannes Zech
Dissertaion zur Reurbanisierung in der Metropolregion Rhein-Neckar

Betreuung: Prof. Dr. Johann Jessen, Prof. Dr. Paul Gans

Das Städtewachstum ist ein in mehreren wissenschaftlichen Disziplinen behandeltes Forschungsfeld. Die Bevölkerungsdynamik spielt in den Phasen der Stadtentwicklung mit ihrem Wechsel zwischen Konzentration und Dekonzentration nach van den Berg et al. (1982) eine wesentliche Rolle und wird gerne zur Herleitung von Handlungsempfehlungen genutzt. Seit längerem ist in Wissenschaft und Medien vermehrt von einer Trendwende in der Stadtentwicklung zu lesen. Suburbanisierungsprozesse werden demnach durch Reurbanisierungsprozesse abgelöst. Ein empirischer Nachweis eines solchen allgemeinen Trends zur Rückwanderung in die Kernstädte fehlt jedoch. In der Stadtplanung ist es für eine nachhaltige langfristige Planung notwendig solche Entwicklungen zu erkennen und bei Planungen und Entscheidungen zu berücksichtigen. Ein möglichst umfassendes Verständnis über die ablaufenden Prozesse und deren Kontext ist unabdingbar um hier valide Handlungsempfehlungen zu geben.

Hinsichtlich der Gründe, Auswirkungen und ihrer Rolle als vorherrschende oder allgemeine Phase und damit als Trendwende in der Stadtentwicklung werden über die beobachteten Trends sehr kontroverse Diskurse geführt. Die Rede ist von konjunkturellen Schwankungen, einem Angleichen vom Umland an die Kernstadt, zeitliche lebensstilbedingte Hypes und Besetzungstheorien, nach denen an einem Wahlstandort kein passender Wohnraum frei ist.

Das Ziel der Dissertation ist es, einen Beitrag zum Verständnis der Rolle von Stadtentwicklungsmaßnahmen und der Immobilienwirtschaft für Reurbanisierungsprozesse zu leisten und im Kontext einer polyzentrischen Region, wie der Metropolregion Rhein-Neckar mit den Städten Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg, die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung zu bewerten.

Der angestrebte Erkenntnisgewinn über die Ursache von Reurbanisierungsprozessen und die spezifische Zusammensetzung der Altersstruktur der Wanderungsströme erfolgt vor dem aktuellen Hintergrund angespannter Wohnungsmärkte in Großstädten und der Problematik der sozio-ökonomischen Segregation und Gentrifizierung. Es wird angestrebt eine Aussage darüber zu treffen, wie sich städtisches Wachstum steuern lässt und welche Qualitäten neue Quartiere mit sich bringen bzw. welche durch Sanierung idealerweise geschaffen werden sollten, um einen Stadtteil sozio-ökonomisch funktionsfähig zu halten.

Kontakt: johannes.zech(at)uni-mannheim.de